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Vortrag (20 Min., 5 Min. Diskussion, 5 Min. Raumwechsel)

Additive Fertigung von Informationsträgern mit Formgedächtniseigenschaften

Thursday (19.09.2019)
17:00 - 17:30 Uhr Heyn
Bestandteil von:


Dilip Chalissery, Tobias Rümmler, Thorsten Pretsch


Formgedächtnispolymere (in Engl.: "Shape Memory Polymers") sind stimulus-responsive Materialien. Wird ihnen im Rahmen einer thermomechanischen Vorbehandlung, einer sogenannten Programmierung, eine zweite Form aufgezwungen, dann können sie diese temporäre Form so lange beibehalten, bis man den Formgedächtniseffekt auslöst. Die daraufhin erfolgende Formrückstellung wird schließlich mit der nahezu vollständigen Rückkehr des Materials in dessen ursprüngliche, permanente Form abgeschlossen.

In dem Vortrag wird ein neuartiges Herstellungsverfahren für sogen. Quick Response (QR)-Codeträger vorgestellt. Die dazugehörige Materialplattform liefern Polyesterurethane (PEUs) mit Formgedächtniseigenschaften. Das Konzept der Informationsträger sieht vor, dass QR-Codes durch das thermische Auslösen des Formgedächtniseffektes von einem vorübergehend nicht zu entschlüsselnden Zustand in einen maschinell lesbaren Zustand geschaltet werden können, so dass Informationen quasi „per Knopfdruck“ freigegeben werden können. Somit verfügen sie über das Potential zur Kennzeichnung plagiatsgefährdeter Produkte, wo sie Informationen über deren Echtheit preisgeben können.

Aufgrund der Tatsache, dass sich frühere Herstellungsverfahren als kompliziert und zeitaufwendig erwiesen haben, wurde die Schmelzschichtung (in Engl.: "Fused Filament Fabrication", kurz FFF) als additive Fertigungstechnologie für die Herstellung von Informationsträgern getestet. Neben den aktuellen Erkenntnissen wird auch skizziert, wo derzeit die Grenzen des FFF-Verfahrens in Bezug auf die horizontale (XY-Druckebene) und die vertikale Strukturauflösung (in Z-Richtung) liegen und welchen Zugang das Druckparameterprofil von PEU für die Herstellung weiterer, filigraner Strukturen ebnen kann.

 

Sprecher/Referent:
Dr. Thorsten Pretsch
Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP