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Vortrag (20 Min., 5 Min. Diskussion, 5 Min. Raumwechsel)

Werkstoffentwicklung auf Basis von Rübenschnitzeln für marktrelevante Anwendungen „WeRümA“

Freitag (20.09.2019)
15:00 - 15:30 Uhr Florenz
Bestandteil von:


Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid untersucht in einem Forschungsverbund mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft die stoffliche Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen in Verbundwerkstoffen. Als interessanter Rohstoff stellte sich ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion die Rübenschnitzel (RS) heraus. Die RS stehen in keiner Konkurrenz zu Nahrungsmittel und Ihr Einsatz als Futtermittel ist regional begrenzt. Zudem sind weitere Produktionsüberschüsse durch den Wegfall der Zuckermarktverordnung 2017 zu erwarten. Verbundwerkstoffe aus RS verbinden die Einsparung der petrobasierten Kunststoffe mit einem zentralen Punkt der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, die Nutzung von Reststoffen. Durch die großtechnische Zuckerherstellung und die ressourcenschonende Kaskadennutzung ist das Koppelprodukt RS in großen Mengen preiswert für Endanwendungen verfügbar.

Durch die Entwicklung geeigneter Verarbeitungsprozesse und –materialien sollen RS in Verbundwerkstoffen eingesetzt werden und somit eine wertschöpfungssteigernde Anwendungen finden. Durch die unterschiedliche Zusammensetzung im Vergleich zu andern Pflanzenfasern, wie einem eher geringen Lignin-Anteil, verändern sich die chemischen und mechanischen Eigenschaften. In diesem Projekt werden durch die Herstellung und Untersuchung von Demonstratoren für die Endanwendungen Machbarkeitsstudien durchgeführt. Auf diesen Ergebnissen bauen weitere Studien über geeignete Verfahrensparameter und Additive auf und werden für die speziellen Anwendungsgebiete evaluiert.

Eine projektbegleitende Aufstellung einer Ökobilanz spiegelt den Nachhaltigkeitsgedanken dieses Forschungsverbunds wieder. Hierbei wird das Know-How der Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum Endprodukt inklusive Prozessintegration wie beispielsweise das Färben genutzt, um neben ökonomische auch einen ökologischer Vorteil zu generiert.

Die Entwicklungsarbeiten mit Fokus auf Endanwendungen generieren Erkenntnisse, die in anwendungsspezifischen Weiterentwicklungen Markteinführung innerhalb 1-2 Jahre nach Projektabschluss ermöglichen sollen.

 

Sprecher/Referent:
Dr. Sebastian Doedt
Kunststoff-Institut Lüdenscheid GmbH