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Plenarvortrag

Innovation durch Synergien zwischen Fertigungs- und Werkstofftechnik

Donnerstag (19.09.2019)
14:00 - 14:25 Uhr

14:00 - 14:25 Uhr

Alle Fertigungsprozesse beeinflussen den Zustand eines Bauteils, der z.B. durch Eigen­spannungszustand, Verfestigungszustand, Gefügeverteilung und Topo­graphie beschrieben werden kann. Dieser Bauteilzustand bestimmt die Eigenschaften der Bauteile u.a. bei schwingender, tribologischer und korrosiver Beanspruchung. Die gezielte Ausnutzung eines in Fertigungsprozessen robust eingestellten Bauteilzustands führt also zu verbesserten Bauteillebensdauern bzw. -zuver­lässig­keiten. Dementsprechend ist zur Bewertung von Fertigungsprozessen bzw. Prozessketten hinsichtlich der resultierenden Eigenschaften das synergetische Zusammenwirken von Fertigungstechnik und Werkstofftechnik unabdingbar.

Am Beispiel von Fertigungsprozessen aus der Additiven Fertigung, der Umformtechnik, der Zerspanung, der Wärmebehandlung und der Mechanischen Oberflächenbehandlung wird dies belegt. Dabei werden gezielt die Zusammenhänge zwischen Prozessstellgrößen und Prozesskenngrößen bzw. Bauteil­zuständen einerseits und die zwischen Bauteilzuständen und Bauteil­eigenschaften andererseits betrachtet. Exemplarisch wird aufgezeigt, wie die Verknüpfung von neuartiger Sensorik mit geeignet aufbereitetem Prozesswissen zu Softsensoren zur in-process-Messung bisher nicht messbarer Größen und zur Regelung auf die Bauteilzustände eingesetzt werden kann. Somit wird die Synergie der Disziplinen auf Ansätze der Digitalisierung und von Industrie 4.0 ergänzt.

Sprecher/Referent:
Prof. Dr.-Ing. Volker Schulze
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)