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Vortrag (20 Min. Vortrag, 5 Min. Diskussion, 5 Min. Raumwechsel)

Entwicklung eines ökologischen und zukunftsorientierten Kleinladungsträgers (KLT)

Mittwoch (18.09.2019)
11:30 - 12:00 Uhr Rotterdam
Bestandteil von:


In diesem Projekt entwickeln wir im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA) eine neue Generation Kleinladungsträger (KLT). Um die logistische Kette zwischen Automobilherstellern und Zulieferern (Tier III bis OEM) zu optimieren, kommt in der Industrie dieses KLT-System zum Einsatz. Der KLT stellt ein einheitliches, poolfähiges und mechanisch sowie manuell handhabbares, herstellerübergreifendes System dar, das sich zum automatischen Befüllen, Entleeren und Transportieren von Gütern eignet. In Anlehnung an die Inhalte der VDA Empfehlungen 4500 arbeiten wir an einer zukunftsfähigen Entwicklung des KLT-Systems. Ergänzungs- und Innovationsbedarf besteht unter anderem darin, alle neuen VDA-KLT mit Auto-ID-Technologie (u.a. RFID-Tags) zur Prozessoptimierung herzustellen.

Die aktuelle KLT-Generation wird aus dem Kunststoff Polypropylen (PP) gefertigt. Diesen setzen wir in diesem Projekt weiterhin als Basispolymer ein. Einen hohen Anteil des Polypropylen substituieren wir durch Holzfasern. Neben ökonomischen sowie ökologischen Vorteilen dieser Fasern, wie der kostengünstigere Preis zum PP und der Einsatz nachwachsender Rohstoffe, bringen diese auch einen hohen Festigkeits- und Versteifungseffekt mit sich. Dadurch verbessern sich die Materialeigenschaften des KLT. So können unter anderem die Wandstärken reduziert, Gewicht eingespart und mehr Innennutzvolumen geschaffen werden. Um eine optimale Materialperformance zu erlangen, werden anwendungsspezifische Additive im Materialherstellungsprozess hinzugegeben.

Neben der Materialentwicklung optimieren wir auch die Konstruktion des KLT unter Nutzung aktueller Simulations-Tools. Dabei ist die Spritzguss- und Festigkeitssimulation ein wichtiges Begleitwerkzeug in der Neuauslegung des KLT, um eine qualitative Produktion von bis zu 10 Mio. Stück zu erreichen. Neben den erwähnten Vorteilen des holzfaserverstärkten PP besteht die Herausforderung, dass die Schlagzähigkeit sinkt. Die KLT-Konstruktion, die aktuell im Automobilbaupool verwendet wird, ist angepasst auf den Werkstoff PP durch Versteifungen mittels Rippengeometrien. Insgesamt ist die bisherige KLT-Konstruktion in Kombination mit dem neuen Material ungünstig. Entsprechend ist die Neukonstruktion u. a. schlagunempfindlicher ausgelegt.

 

Sprecher/Referent:
Carsten Aßhoff
Fraunhofer-Institut für Holzforschung Wilhelm-Klauditz-Institut WKI
Weitere Autoren/Referenten:
  • Prof. Dr. Hans-Josef Endres
    Fraunhofer-Institut für Holzforschung Wilhelm-Klauditz Institut WKI

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