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Vortrag (20 Min., 5 Min. Diskussion, 5 Min. Raumwechsel)

Digitalisierung des Werkstoffprozesses in der Produktentwicklung

Freitag (20.09.2019)
15:00 - 15:30 Uhr Tammann
Bestandteil von:


Werkstoffdaten sind für eine exakte Auslegung von Produkten unerlässlich. Dabei werden immer höhere Ansprüche an Präzision und Nachvollziehbarkeit gestellt. Zusätzlich müssen unterschiedlichste Quellen für Werkstoffinformationen berücksichtigt und kombiniert werden. Entsprechende Quellen sind z.B.: Normen, Lieferbedingungen, Compliance-Regelwerke, Fachliteratur und Laborberichte. Leider liegen die genannten Informationen oft nicht digital oder nicht digital weiterbearbeitbar vor. Zusätzlich ist die Kombination der Informationen schwierig, da verschiedene Quellen auf unterschiedliche Grade der Verarbeitung und Behandlung des Werkstoffs abzielen.


Eine Digitalisierung aller Werkstoff-Zusammenhänge in der Produktentwicklung ist z.B. aus Gründen der Effizienz und der Produkthaftung unerlässlich. Hierfür ist zunächst die korrekte systemische Modellierung aller genannten Quellenzusammenhänge im Prozess erforderlich. Anschließend werden Daten liefernde Prozess-Partner, wie z.B. Labors und Lieferanten, über geeignete Standard-Datenformate aus dem Gebiet des „Internet of Things“ (IoT) in den Prozess eingebunden. Erst dann können verbindende Prozessschritte wie Validierung und Auswertung von Versuchsdaten hin zu qualifizierten Werkstoff- und Berechnungsdaten automatisiert werden.


Der Vortrag zeigt ein durchgängiges Konzept zur Modellierung und Digitalisierung des Werkstoffprozesses in der Produktentwicklung. Die automatisierte Integration von Datenquellen wird konzeptionell und anhand von Industrieeinsatz-Beispielen untersetzt. Schließlich werden verbindende Validierungs- und Auswertungsschritte mittels Methoden des Big Data Processing und des Machine Learning (AI) entworfen und deren Automatisierung gezeigt. Dabei wird berücksichtigt, dass eine Automatisierung zwar verbesserte Prozesskontrolle und vollautomatische Verarbeitungsschritte ermöglicht, ein volldigitaler Werkstoffprozess jedoch stets auf der Interaktion mit Menschen bezogen auf Verwendungsfreigaben und Verfügbarkeitsinformationen zur schnellstmöglichen Fortsetzung des Gesamtprojekts in der Produktentwicklung aufbaut.

 

Sprecher/Referent:
Dr. Toni Ehrig
IMA Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH

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